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Mentale Stärke und der Umgang mit Ungewissheit

Aktualisiert: Feb 15

In dem folgenden Blogbeitrag geht es um das Reflektieren der Frage, was es heißt, mental stark zu sein. Ist „mental toughness“ ein genetisches Geschenk, oder trainierbar?

Welche Einstellung haben Elitesportler?

Wenn Dich das Thema interessiert, nimm Dir doch 3-6 Minuten Lesezeit.

An wen denkst Du als erstes, wenn Du den Ausdruck „mentale Stärke“ hörst?

Vielleicht denkst Du an jemanden aus Deinem Umfeld. Gibt es da jemanden, der Dir in den Sinn kommt?

Oder taucht in Deiner Vorstellung jemand auf, den Du nicht persönlich kennst, der auf Dich aber ziemlich tough, mental stark wirkt?

Eine Business Ikone, die in Deinem Berufsfeld oben mitspielt?

Vielleicht auch ein Sportstar?

Oder ein imaginärer Held/eine Heldin aus der Kindheit? Batman? Simba aus König der Löwen?

Wenn wir die Charaktere der von Dir und anderen Leserinnen und Leser ausgewählten Personen unter die Lupe nehmen, gibt es bestimmt ganz verschiedene Persönlichkeitsmerkmale, die diese Personen auszeichnen. Mut, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen & Co. könnten hier genannt werden.

Mental stark zu sein, kann sich also sehr facettenreich äußern.

Mir persönlich fallen immer schnell und gerne Kampfsportler ein.

Wer mich kennt weiß, dass ich ein riesiger Fan von unterschiedlichen Kampfstilen bin und so mitfiebere, dass ich selbst bei Minustemperaturen vor Freude und Aufregung anfange zu schwitzen, wenn eine Fight Night übertragen wird.

Schon Tage vorher analysiere ich mit Freunden die Kämpfe, schaue mir Statistiken an und überlege, wer am Ende seine Hand heben wird.

Wenn ich in diesem Zuge die Interviews der Top Leute schaue, habe ich ein Zitat bestimmt über 50 Mal gehört:

I only focus on the things that i can control“. Das Zitat gibt einen wunderbaren Einblick in das Mindset der Elite.

Das klingt zwar erstmal recht simpel, ist aber in der Umsetzung unfassbar schwierig.

Athleten allgemein, aber vor allem Kampfsportler sind in Wettkämpfen einer riesigen Bandbreite an Unsicherheitsfaktoren ausgesetzt. Jede „split second“, in dem der Fokus verloren geht, kann dazu führen, bewusstlos zu sein.

Im Vorfeld und während des Kampfes können die unterschiedlichsten Dämonen im Kopf auftauchen.

„Habe ich, was es braucht? Bin ich gut genug? Was ist, wenn mein Gegner schneller ist, sich härter vorbereitet hat? Wieso sehen die Medien ihn als Favoriten? Wieso klatschen die Fans lauter bei ihm? Werten die Ringrichter wohl fair?“

Hier kommt mentale Stärke ins Spiel.

Vorbereitung des Gegners, Ringrichter Entscheidungen, Fan Präferenzen. Alles nicht wirklich beeinflussbar. Wird diesen Dingen zu viel Beachtung geschenkt, ist eine Niederlage nicht weit. Umgekehrt hilft der präzise Fokus auf die die eigenen Stärken, das Vertrauen in die gute Vorbereitung und die eigenen Chancen immens, um wirklich präsent bei sich zu sein und dem Druck stand zu halten.

Ich erinnere mich an eine Situation, bei der ich mich kurz vor Kampfbeginn einer Fight Night aufgewärmt habe.

Einige andere Kämpfer in der Kabine waren mit dabei, sich die Hände zu bandagieren oder Techniken am Sandsack nochmal durchzugehen.

Als mir mitgeteilt wurde, wer genau mein Gegner ist (war grade dabei, den Sandsack zu verhauen), dachte ich: „Fuck...der...ist...schnell“

Meinem Trainer ist glücklicherweise aufgefallen, wo mein Blick grade hängt, sodass er direkt einlenken konnte:

„Hey! Aufwachen, das ist egal was der da drüben macht. Du hast Dich hart vorbereitet und bist stärker.“

Genau das musste ich hören, um meine Konzentration wieder auf das lenken zu können, was JETZT kontrollierbar war.

Das letzte Einüben der eigenen Techniken und der Blick darauf, was ich gut kann. Nicht was mein Gegenüber macht. Das hat mir wohlmöglich den Arsch gerettet und mitunter zum Sieg verholfen.

Mal etwas alltagsnäher:

Egal ob im sportlichen Kontext, Businessbereich, in zwischenmenschlichen Beziehungen oder beim Staubsaugen: Viel zu leicht kann es passieren, dass unsere Aufmerksamkeit sich verselbstständigt.

Das schlechte Wetter, die Verspätung der Bahn, Stimmung von Arbeitskollegen, oder die Meinung anderer, kurz: äußere Umstände außerhalb unserer direkten Kontrolle springen in den Vordergrund.

Wir zeigen mit dem Finger nach außen und verlieren uns in gedanklichen Abwegen.

Zum Glück können wir uns Techniken von Elite Performern aller Art abschauen, um handlungsstärker zu sein und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Eine mögliche Übung? Der Powerkreis!

Wenn Dir das nächste mal bewusst wird, dass Du grade eine Sorge, ein Problem, oder Angst vor etwas hast und die Gedanken unaufhörlich kreisen, stoppe alles, was du grade tust, so gut wie möglich.

Zeichne 2 konzentrische Kreise auf ein Blatt. Einen sehr großen Kreis (Sorgenkreis) und einen etwas kleineren (Powerkreis) innerhalb.

Der große Kreis steht für alles, was Du nicht direkt beeinflussen kannst. Das Wetter, die Länge des Lockdowns, oder die Meinung anderer Menschen.

Der kleinere Kreis steht für die Dinge, die Du direkt beeinflussen kannst, wie:

Verantwortungsvolles Nutzen von Zeit, Sport und Ernährung, liebevolle Kommunikation, aktive Lösungssuche etc.

Teile nun ein: In welchen Kreis fällt das Problem, was sich grade zeigt? Ist es direkt beeinflussbar, oder im äußeren, nicht beeinflussbaren Kreis?

Versuche in den kommenden 30 Tagen Deine Herausforderungen dem Sorgenkreis oder Powerkreis zuzuordnen.

Dann fokussiere dich entschlossen auf den Powerkreis.

So wachsen neue, hilfreiche Denkgewohnheiten heran und Du trainierst die Freiheit, die Aufmerksamkeit bewusst auf den Zirkel zu richten, der wirklich weiter hilft.

Durch wiederholte Anwendung wächst der Powerkreis, der Sorgenkreis schmilzt.

Du wirst mental stärker.

Ich bin gespannt zu hören, an wen Du zu Beginn gedacht hast und wer Dich inspiriert und freue mich über Deine Nachricht.

Wenn Du mehr über Themen wie Achtsamkeitstraining oder ähnliches erfahren möchtest, melde Dich gerne.

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